Digitale Marketing Trends 2022 – Darauf solltest Du achten

Die digitale Welt verändert sich ständig. Daher besteht ein großer Teil des erfolgreichen digitalen Marketings darin, in Bezug auf Trends auf dem Laufenden zu bleiben. Zum Jahresende werden deshalb immer wieder neue Online-Marketing ins Rennen geschickt und verunsichern auch ein wenig den Markt. Gartner gibt hier mit seinem Digital Marketing Hype-Zyklus einen umfassenden Einblick in die kommenden digitalen Marketing Trends. Die Kurve zeigt verschiedene Innovationsauslöser, die zum Höhepunkt der Erwartungen emporsteigen, sich im Tal der Ernüchterung wiederfinden, um dann – über den Hang der Erleuchtung – endlich auf der Ebene der Produktivität anzukommen.

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Hier bleiben viele Innovationen auf der Strecke und zwischen dem vermeintlichen Hype und der effektiven Marktdurchdringung können oft Jahre vergehen. Viele der hochgepriesenen Innovationen führen dann ein Schattendasein und man wundert sich, warum sie überhaupt so gehypt wurden. Wir wollen in unserem Blog keine schlafenden Online-Marketing-Hunde wecken und auf die kommenden Trends sachlich eingehen, ohne die weiterbestehenden Klassiker im Online-Marketing zu vernachlässigen. Denn auch im Jahr 2022 sind die bestehenden Online-Marketing-Maßnahmen wichtig. Also blicken wir nach vorn und zeigen Euch die wichtigsten Digitalen Marketing Trends 2022.

Trend 1: SEO, Page Experience, Core Web Vitals und das E-A-T Modell

In den letzten Jahren hat sich SEO auf Onpage-Optimierung, die Kraft von Backlinks und einem umfassenden Content ausgerichtet. Jetzt gibt es noch mehr Meilensteine, die Du berücksichtigen solltest, um in der organischen Suche einen hohen Rang einzunehmen. Wenn Du Deine Suchrankings verbessern möchtest, musst Du Inhalte erstellen, die den zahlreichen Metriken, Richtlinien und Signalen von Google entsprechen. Die wichtigsten sind Googles Page Experience Signals, also die Nutzerfreundlichkeit von Seiten, die Core Web Vitals und Google EAT – Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Über diese haben wir in den vergangenen Monaten schon ausführlich informiert. Wenn Du also Inhalte unter Berücksichtigung dieser Richtlinien erstellst, werden sie mit Sicherheit langfristig zu einer Verbesserung Deines Gesamtrankings in den Suchergebnissen führen.

Trend 2: Video-Kampagnen – Leicht konsumierbar und in aller Munde

Die Forcast Highlights 2021 von Cisco zeigen, dass der Internet Traffic der User zu 81 % durch Videos generiert wurde. Videos spielen somit eine integrale Rolle und sollten in Deiner SEO-Strategie auf jeden Fall berücksichtigt werden. Schon vor der Pandemie war Videomarketing durch Social Media ein wachsender Bereich im digitalen Marketing. Vor allem Kurzinhalte werden in B2B, als auch in B2C, immer beliebter. Professionelle Marketer präferieren für Google Ads- und Facebook-Ads-Kampagnen Videoformate von weniger als einer Minute. Diese leicht konsumierbaren Videoinhalte ziehen die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich und halten ihr Interesse aufrecht. Bumper Ads als 6-Sekünder und Facebook-Ads mit max. 10 sec schlagen jede Text- oder Bildanzeige auf sozialen Plattformen. Die Kunst liegt darin, Deine Botschaft auf den Punkt zu bringen und Deine Botschaft so zu positionieren, dass sie als Eye-Catcher die Aufmerksamkeit Deiner Kunden gewinnt.

Neben den Video-Werbeformaten solltest Du auf Youtube oder anderen Plattformen auch Erklär-Videos veröffentlichen, um Dich oder Dein Unternehmen als Experte zu positionieren. Und ja, wir wissen, dass viele es nicht mögen, vor der Kamera zu stehen. Der Benefit kann aber exorbitant hoch sein, wenn man den Nerv der Zeit trifft und Follower aufbaut, die über Marketingautomationstools später zu Fans oder Kunden werden.

Trend 3: DSGVO – Google und Third Partie Cookies

Natürlich sprechen wir nicht gerne über das nervige Thema DSGVO. Aber leider gibt es auch in der Datenschutzgrundverordnung immer wieder Neuerungen. Unternehmen verwenden seit Jahren Cookies, um Website-Besucher zu verfolgen. Alles in dem Bemühen, Informationen zu sammeln, mehr über das Kundenverhalten zu erfahren, um sie genauer anzusprechen und ein rundum besseres Kundenerlebnis zu schaffen. Dies wird wohl auch erst einmal so bleiben. Es stehen jedoch große Änderungen bevor, wie wir Cookies und Tools zur Anzeigenverfolgung verwenden. Das liegt daran, dass Google versucht, den Third-Party-Cookie nach und nach zu beseitigen. Third-Party-Cookies werden nicht vom Webseitenbetreiber erhoben, sondern von Dritten mittels Werbeanzeigen und Targeting-Pixeln, um marketingrelevante Informationen wie Alter, Herkunft, Geschlecht sowie Daten zum Nutzerverhalten zu sammeln. Diese Cookie-Daten von Drittanbietern identifizieren Benutzer online und offenbaren ihre Vorlieben und Abneigungen. Sie bieten leistungsstarke Informationen, die zur Verbesserung des Online-Marketings nützlich sind. Google plant, diesen Auslaufprozess bereits 2022 für Chrome-Browser abzuschließen. Wir gehen aber davon aus, dass Google voraussichtlich erst im Jahr 2023 startet.

Trend 4: LinkedIn – der Star der Social-Media-Kanäle in B2B

LinkedIn ist 2021 mit 60 Millionen Unternehmen und 780 Millionen Nutzern weltweit das größte gewerbliche Online-Portal. Allein in der DACH-Region sind es etwa17 Millionen Mitglieder. Das Netzwerk ermöglicht seinen Mitgliedern, sich beruflich zu vernetzen, Jobs zu veröffentlichen und zu finden, sowie sich als Experte für bestimmte Themen zu positionieren. Es ist einer der effektivsten Social-Media-Plattformen, um mit Entscheidungsträgern in Deinem Zielmarkt in Kontakt zu treten, die Deine Produkte oder Dienstleistungen benötigen. Mit Lead-Conversion-Raten, die dreimal höher sind als bei anderen großen Plattformen, ist LinkedIn für KMUs so wichtig geworden wie E-Mail-Marketing. Um Dein Unternehmen bei Kunden zu positionieren, die nach Deinen Produkten und Dienstleistungen suchen, ist Google das passende Tool. Bei der Bewertung von Kunden, die nicht suchen, zählt Facebook im B2C-Bereich immer noch zu den führenden Plattformen. Im B2B-Bereich können wir aber neben Google LinkedIn als Vermarktungs-Plattform wärmstens empfehlen. Das zielgruppengenaue B2B-Marketing ermöglicht es Deinem Unternehmen, Deine Marke bei der relevanten Zielgruppe zu positionieren, um eine hohe Reichweite aufzubauen.

Trend 5: Googles Multitask Unified Model (MUM) – KI vom Feinsten

Google arbeitet kontinuierlich daran, relevanten Suchanfragen qualitativ hochwertige Suchergebnisse zu liefern. 2019 kam Google BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers), die größte Algorithmus-Änderung der letzten 5 Jahre, die jede zehnte Suchanfragen betraf. Im Mai 2021 stellt Google auf dem I/O Event das Google Multitask Unified Model (MUM) vor. MUM wurde konzipiert, um komplexe Suchanforderungen durch einen KI-gestützten Algorithmus zu beantworten, da die Suchanfragen immer spezifischer werden. Das Multitask Unified Model ist für 75 Sprachen trainiert und kann verschiedene Aufgaben parallel bewältigen. Googles MUM wird die Notwendigkeit beseitigen, mehrere Suchen durchzuführen, die Benutzer derzeit durchführen, um Ergebnisse zu vergleichen und tiefere Einblicke zu erhalten. Die KI ist in der Lage, Lösungen zu verstehen und bereitzustellen, die nicht nur auf Textinhalten basieren, sondern auch eine Interpretation von Bildern, Videos und Podcasts auf eine Weise zulässt, die noch nie zuvor möglich war. Deshalb solltest Du Deine Inhalte wie folgt anpassen:

  • Erstelle Inhalte, die qualitativ hochwertig und fokussiert sind, aber dennoch in die Tiefe gehen und Verlinkung zu verwandten Themen haben.
  • Achte auf die Fragen Deiner potenziellen Kunden, denn Deine Inhalte sollten genau diese Fragen beantworten können und dem User den richtigen Mehrwert bieten.
  • Nutze multimediale Formate, damit MUM auf Dich aufmerksam wird. Geschriebene Inhalte, einschließlich Blog-Posts und Artikel, sind immer noch wichtig, sollten aber mit Podcasts, Bildern, Audio- und Videoinhalten komplettiert werden.
  • Produziere Inhalte, die Markenbekanntheit und Loyalität aufbauen, indem sie informative, ansprechende Texte, Bilder und andere Medien verwenden. Denke daran, Deinen Seiten Strukturierte Daten hinzuzufügen, um Hinweise auf den Inhalt zu geben.

Als KI-zentriertes Update wird MUM im Laufe der Zeit dazulernen und die Positionierung der Suchergebnisse massiv beeinflussen. Deshalb solltest Du Deine Website kontinuierlich ausbauen, um Google zu zeigen, dass Du eine Autorität in Deinem Bereich bist. Fleiß zahlt sich auch hier wie immer aus.

Trend 6 : Kundennähe aufbauen durch Influencer und das Metaversum

Der Aufstieg sozialer Netzwerke und der Aufstieg mobiler Geräte haben die Art und Weise, wie wir kommunizieren, verändert. Somit verändert sich auch von Jahr zu Jahr die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen vermarkten, um durch Geschichten und interaktive Posts Nähe zu ihren Followern aufbauen. Denn Menschen lieben es zu sehen, was hinter den Kulissen ihrer Lieblingsmarken und -produkte vor sich geht. Inhalte, die sich darauf konzentrieren, wie ein Produkt hergestellt wird, welche Mission ein Unternehmen verfolgt oder nach welchen ethischen Prinzipien es ausgerichtet ist, sind ein schnell wachsender Trend. Neben der Bespielung eigener Kanäle, sollten vor allem im B2C-Markt, Influencer Deinen Marketing-Mix vervollständigen. Dabei ist die große Reichweite von Influencern nicht immer notwendig. Micro-Influencer haben zwar ein kleineres Publikum und eine kleinere Nische, aber ein hohes Engagement und eine hohe Reichweite innerhalb ihrer Zielgruppen. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass bei hedonischen Produkten (Mode, Restaurants, Premium-Hotels oder High-End-Elektronik) beworbene Posts von Micro-Influencern (10.000 bis 100.000 Follower) mehr Verkäufe antreiben, als die von großen Influencern (>1 Million Follower).
Die verbesserte Technologie und ein besseres Verständnis der Funktionsweise von Augmented Reality könnte dafür sorgen, dass 2022 Augmented Reality endlich durchstartet. Das Metaversum von Marc Zuckerberg wird zukünftig interessante Möglichkeiten bieten, Augmented Reality in soziale Medien zu integrieren, sodass Marken damit beginnen können, AR zu verwenden, um auf neue und unterhaltsame Weise mit Benutzern zu interagieren.